Die Zutaten

BARF Leitfaden - Die Zutaten

BARF Leitfaden - Die Zutaten

Inhaltsverzeichnis

Fleisch

Knochen

Gemüse

Obst

Kräuter

Getreide

Milchprodukte

Öle

Fleisch

Fischfleisch: Enthält die gesunden Omega-3- & Omega-6-Fettsäuren und die wichtigen Spurenelemente Jod, Zink und Selen.

Geflügelfleisch: Ist reich an essentiellen Fettsäuren und ist leicht verdaulich. Entenfleisch z.B. enthält viel Vitamin B und hat einen hohen Eisen,- Zink,- und Kupferanteil. Das Entenfleisch ist auch ideal für Hunde mit z.B. Bauchspeicheldrüsen,- und/oder Leberproblemen oder Übergewicht. Auch für Allergiker, die Rind und/oder Huhn nicht vertragen.

Kaninchenfleisch: Enthält viele essentielle Fettsäuren.

Lamm- oder Schaffleisch: Ist besonders fettreich und hat wenig Proteine.

Pferdfleisch: Zeichnet sich durch einen sehr geringen Fettgehalt aus, ist cholesterinarm (60mg/100 g) und enthält in höheren Mengen als anderes Fleisch, die wichtigen Spurenelemente Magnesium (25 mg), Eisen (4,7 mg) und Zink (4,6 mg) - Inhaltsstoffe pro 100 g Fleisch. Pferdefleisch ist ideal für Hunde, die in irgendeiner Form Probleme mit der Fettverdauung haben und/oder allergisch auf Rind und/oder Geflügel reagieren.

Rindfleisch: Bietet mehr Proteine, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente als andere Fleischsorten. Dazu enthält es viele Vitamine des Vitamin-B- Komplexes, Vitamin A und D, sowie die Mineralien Kalium, Natrium und Eisen. Im Vergleich zu pflanzlichen Lebensmitteln, ist Eisen in Rindfleisch in wesentlich höherer Menge verfügbar. Rindfleisch ist ebenfalls eine der wichtigsten Nährwertquellen für tierisches Eiweiß. Schlundfleisch enthält viel Knorpel. Die darin enthaltenen Inhaltsstoffe sind unentbehrlich für den Aufbau von Gelenken und Knochen.

Pansen: Vom Schlund des Rindes gelangt der Speisebrei in den Pansen. Als erster Magen von 4 Mägen eines Rindes, wirkt er als eine mächtige Gärkammer und kann bis ca. 50-60 kg Futter aufnehmen. Er füllt mit seinem Volumen von über 100 Litern fast die ganze linke Bauchhöhle des Rindes aus. Die schwerverdauliche Pflanzenmasse wird von vielen Milliarden Bakterien und Einzellern, die den Pansen bevölkern und Säure produzieren, aufgeschlossen. Grüner Pansen ist sehr reich an Vitaminen. Die verdaute Nahrung des Rindes ist so weit aufgeschlossen, dass der Hund die für ihn wichtigen Nährstoffe wie Kohlenhydrate und Vitamine aus dem Speisebrei des Rindes ziehen kann. Der Pansen hat einen höheren Fettgehalt als der Blättermagen, deshalb eignet er sich besonders für junge Hunde die sich im Wachstum befinden und für Hunde die unter Untergewichtigkeit leiden. Der weiße Pansen wird abgekocht, deshalb enthält er so gut wie keine Nähstoffe und Vitamine mehr. Der weiße Pansen eignet sich deshalb lediglich als Knabber- und Kauspaß und hat keinen Nährwert.

Blättermagen: Das Rind hat 4 Mägen und der Blättermagen ist der vorletzte davon. Das eingenomme Futter des Rindes gelangt nach 1-3 Tagen über den Pansen und durch den Netzmagen in den Blättermagen. Eine Hauptaufgabe des Blättermagen ist die Resorption (aufsaugen und aufnehmen) von Wasser, Nährstoffen und von Natriumbicarbonat. Aber auch im Blättermagen, wie beim Pansen, werden noch Futterpartikel von Bakterien abgebaut. Der Blättermagen enthält wie auch der Pansen wichtige Nährstoffe für den Hund. Der Speisebrei ist im Blättermagen jedoch schon weiter verdaut als im Pansen. Der Pansen und der Blättermagen haben einen geringeren Proteingehalt als das Muskelfleisch des Rindes. Deshalb eignen sich beide besonders für ältere Hunde. Der Vitamingehalt wiederum ist viel höher als im Fleisch des Rindes. Bei Hunden mit der Neigung zur Fettleibigkeit ist der Blättermagen dem Pansen vorzuziehen, er hat einen geringeren Fettgehalt.

Leider füttern nicht alle Hundebesitzer gerne grünen Pansen oder Blättermagen. Das liegt daran das beide für uns Menschen unangenehm riechen, der Blättermagen sogar noch etwas mehr als der Pansen. Sie können uns jedoch glauben, Ihr Hund liebt diesen »Gestank« und frisst beides für sein Leben gern.

Wildfleisch (Rotwild): Ist besonders fett- und kalorienreich, es ist leicht verdaulich und enthält viele Vitamine und Mineralstoffe.

Folgendes sollte Sie unbedingt beachten: Kein Suppenhuhn verfüttern. Suppenhühner sind älter als Hähnchen und haben spröde und splittrige Knochen (Verletzungsgefahr). Kein Magen und Darm vom Lamm verfüttern, beides sind großer Parsitenträger. Kein rohes Schweine- und auch kein Wildschweinfleisch (Schwarzwild) verfüttern. Diese Fleischsorten könnten das Aujeszky-Virus (Pseudowut) enthalten. Bei einer Aufnahme von infiziertem Schweine- oder Wildfleisch würde der Hund nach einer Inkubationszeit von 2-9 Tagen sterben.

Knochen

Calcium ist unendlich wichtig für den Knochenaufbau. Das Calcium/Phosphor - Verhältnis sollte in der Nahrung des Hundes ca. 1,2:1 betragen. Ohne das Verfüttern von rohen Knochen, würde der Hund seinen Calciumbedarf nicht decken können. Man kann auch gewolfte Hähnchenhälse verfüttern. Diese haben auch einen hohen Caliumanteil.

Knochen stehen ebenfalls mit auf dem Speiseplan eines Hundes. Knochen müssen grundsätzlich roh verfüttert werden, da es bei gekochten, gebackenen, gegrillten oder gebratenen Knochen zu Splitterungen kommen kann und dadurch entsteht eine große Verletzungsgefahr. Duch das Erhitzen trocknen Knochen nämlich aus, sie werden spröde und zersplittern. Außerdem enthalten die rohe Knochen viel Calcium und andere wertvolle Mineralien. Positiv wirken sich rohe Knochen auch auf das Gebiß des Hundes aus, da sie während des Kauvorgangs die Zähne reinigen und somit dem Zahnstein vorbeugen. Die Menge spielt hier natürlich auch eine Rolle, ausgewogen sollte die Knochenfütterung sein, nicht zu viel und nicht zu wenig. Bei Hunden, die Probleme mit den Analdrüsen durch zu weichen Kot haben, empfiehlt sich die Knochenfütterung ganz besonders. Durch zu weichen Kot können sich die Analdrüsen nicht selbstständig entleeren, das bedeutet unliebsame Schmerzen für den Hund. Mit der Fütterung von rohen Knochen wird der Kot sichtbar fester und die Analdrüsen entleeren sich dadurch automatisch.

Tipp: Nachdem der Hund Knochen gefressen hat, ist es von Nutzen, ihm Sauerkraut mit etwas Öl untergemischt, zu füttern (verhindert Verstopfungen).

Folgendes sollte Sie unbedingt beachten: Keine rohe Schweine- oder Röhrenknochen verfüttern, sie können leicht splittern und den Hund dabei verletzen.

Gemüse

Gemüse kann, muss aber nicht an den Hund verfüttert werden. Genau wie Kräuter und Obst, muss auch Gemüse vorher stark zerkleinert bzw. am besten püriert werden. Hunde haben einen kurzen Darm und können dadurch keine Zellulose spalten, deshalb muss durch stark zerkleinern bzw. pürieren des Gemüses nachgeholfen werden. Gemüse wird roh verfüttert und nicht gekocht, es liefert Vitamine, Mineralien, Kohlenhydrate und hauptsächlich Ballaststoffe.

Folgendes Gemüse eignet sich: Chicoree | Chinakohl | Eichblattsalat | Eisbergsalat | Endiviensalat | Feldsalat | Fenchel | Gurke (mit Schale) | Karotten | Kürbis | Mais (püriert) | Mangold | Pastinake | Rote Bete | Rukola | Rüben | Sellerie | Spinat | Staudensellerie | Wurzelpetersilie | Zucchini

Folgendes sollte Sie unbedingt beachten: Avocados sind unbekömmlich, einige Sorten sogar giftig. Größere Mengen Zwiebeln können tödlich sein. Kartoffeln und Bohnen enthalten im rohen Zustand Giftstoffe und dürfen nur gekocht verfüttert werden. Mit Kohlsorten und Hülsenfrüchten sollte man wegen der Bildung von Gasen (Blähungen) sparsam umgehen.

Obst

Obst kann, muss aber nicht an den Hund verfüttert werden. Wie beim Gemüse und den Kräutern, muss das Obst vorher stark zerkleinert bzw. am besten püriert werden. Am besten eignet sich dazu Obst, dass schon reif oder gar überreif ist. Es sollte abwechslungsreich sein, nicht immer die gleiche Obstart wählen. So beugen Sie Mängeln in der Ernährung Ihres Hundes vor. Natürlich müssen die verschiedenen Obstsorten ohne Steine verfüttert werden.

Folgendes Obst eignet sich: Ananas | Apfel | Aprikose (nicht an trächtige Hündinnnen verfüttern) | Banane | Birne | Brombeere | Erdbeere | Feige | Grapefruit | Hagebutte | Heidelbeere | Himbeere | Honigmelone | Johannisbeere | Kirsche | Kiwi | Mango | Papaya | Pfirsich | Stachelbeere | Wassermelone

Folgendes sollte Sie unbedingt beachten: Grundsätzlich keine Weintrauben und Rosinen verfüttern, die sind in größeren Mengen giftig für den Hund.

Kräuter

Kräuter können, müssen aber nicht an den Hund verfüttert werden bzw. nur dann wenn der Hund eine Erkrankung hat und dann nach Anweisung vom Tierarzt. Wie beim Gemüse und dem Obst, müssen die Kräuter vorher stark zerkleinert bzw. am besten püriert werden. Wenn Sie allerdings frische Kräuter im Garten haben können sie diese natürlich geschnitten über das Futter streuen, so erhält Ihr Hund noch alle wichtigen Inhaltsstoffe.

Folgende Gartenkräuter eignen sich: Basilikum (nicht an trächtige Hündinnen verfüttern) | Bohnenkraut | Borretsch | Dill | Estragon | Kerbel | Knoblauch | Liebstöckel | Majoran | Minze | Oregano | Petersilie (bei trächtigen Hündinnen meiden) | Pimpinelle | Rosmarin | Salbei | Schnittlauch | Thymian | Zitronenmelisse

Folgende Wildkräuter eignen sich: Bärlauch | Beifuss | Beinwell | Birke | Breitwegerich | Brennessel | Brombeerblätter | Gänseblümchen | Himbeerblätter | Kamille | Löwenzahn | Sauerampfer | Spitzwegerich

Getreide

Getreide kann, muss aber nicht an den Hund verfüttert werden. Falls Sie sich trotzdem für die Getreidefütterung entscheiden, verfüttern Sie dieses bitte nur in geringen Mengen. Der Verdauungstrakt des Hundes kann das Getreide nur schlecht verwerten, das bedeutet er scheidet das Getreide im gleichen Zustand wieder aus in dem es hineingelangt. Im Trockenfutter ist ein hoher Anteil an Getreide, einige Hunde vertragen zuviel Getreide einfach nicht und reagieren mit Verdauungsstörungen wie Durchfall oder Blähungen. Getreide ist außerdem ein großer Auslöser für Allergien, gerade der Weizen ist dafür sehr bekannt. Falls Sie Getreide verfüttern wollen, sollten Sie es auf jeden Fall eingeweicht verfüttern, z.B. in Buttermilch oder einer Brühe.

Eine Getreidefütterung bei Hunden mit Arthrose, Spondylose oder HD (Hüftgelenksdysplasie) ist nicht zu empfehlen. Auch bei Bauchspeicheldrüsenerkrankungen (schwerverdaulich), Epilepsie (Nervenreizung), Krebs (fördert Wachstum der Tumorzellen) und Allergien wird davon abgeraten.

Folgendes Getreide eignet sich: Amaranth | Buchweizen | Dinkel | Gerste | Hafer | Hirse | Mais | Reis | Roggen | Weizen

Folgendes glutenfreies Getreide eignet sich für Allergiker: Amaranth | Buchweizen | Mais | Hirse | Reis

Milchprodukte

Es ist nicht zwingend notwendig dem Hund Milchprodukte zu füttern. Viele Hunde aber lieben diese Köstlichkeiten und ab und an können Sie diese auch geben.

Folgende Milchprodukte eignen sich: Buttermilch | Dickmilch | Frischkäse | Joghurt | Kefir | Hüttenkäse | Quark | Sauermilch | Ziegenmilch

Folgendes sollte Sie unbedingt beachten: Auf keinen Fall verträglich für den Hund ist die normale Kuhmilch, sie führt oft zu Durchfall.

Öle

Wichtig ist die Zugabe von Ölen und Fetten bei der BARF Fütterung. Öle enthalten wichtige Fettsäuren (gesättigte und einfach ungesättigte) die der Körper des Hundes selbst nicht bilden kann. Deshalb ist diese Beigabe wichtig für Ihren Hund. Sie sollten allerdings nicht nur eine einzige Ölsorte verwenden, dieses kann zu Mangelerscheinungen führen.

Folgende Öle eignen sich: Dorschöl | Flachsöl (Leinöl) | Hanföl | Knoblauchöl | Lachsöl | Lebertran | Nachtkerzenöl (vor allem bei Allergien) | Olivenöl | Rapsöl | Schwarzkümmelöl (bei Hauterkrankungen) | Walnussöl

© THE PET WORLD | Zuletzt aktualisiert: 17. April 2018 | Alle Texte sind urheberrechtlich geschützt. Die Verwendung ohne Zustimmung des Urhebers ist untersagt. Unsere Empfehlungen und Ausführungen wurden sorgfältig recherchiert, sind jedoch ohne Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit. Im Einzelfall benötigt es immer auch die Betrachtung der individuellen Umstände und es muss entsprechend eine individuelle Vorgehensweise gewählt werden. Im Zweifelsfall sollte Unterstützung und Rat an entsprechender Stelle gesucht werden.